fuss 2017

Saison 09/10

Saisonrückblick 2009/2010 – Landesliga Schönower SV

Geschrieben von Marcus Erben

Hinter den Schönowern liegt wohl eines der schwersten (sportlichen) Spieljahre in der Vereinsgeschichte. Trotz einer beeindruckenden, jedoch letztlich erfolglosen Aufholjagt verlässt man nach drei Jahren Zugehörigkeit die Landesliga Brandenburg und spielt nun in der kommenden Serie wieder in der Landesklasse.                                                                                                                                                                      Gleich acht (!) Spieler verließen im Sommer das Team. Torhüter A.Skara und T.Krause (in der letzten Saisonhälfte noch einmal reaktiviert) beendeten altersbedingt ihre Laufbahn. A.Stein (FC Schwedt), R.Krüger, M.Klatt (beide Marienwerder) zog es zu anderen Vereinen. S. Dzinic (Österreich), S.Retzlaff (Studium) und B.Suckow (verletzungsbedingt) vervollständigten die Abgänge. Im Herbst kamen mit L.Zimmermann und T.Oppelt Nummer neun und zehn hinzu. Ein Neuaufbau war somit unumgänglich, jedoch die Zeit dafür bekamen die Uckermärker nicht. Die junge und neu zusammengestellte Elf war kaum eingespielt und so kam es zum Saisonauftakt gleich knüppeldick. 0:24 Tore und 1 Punkt lautete die ernüchternde Bilanz nach sieben Spieltagen, zugleich legte mit Thomas Natter einer der beiden Verantwortlichen sein Amt nieder. ,,Solch eine niederschmetternde Phase mit ständigen Nacken-schlägen ohne wirkliche Lichtblicke habe ich in weit mehr als 20 Jahren meiner Trainertätigkeit noch nie erlebt“ so rückblickend Coach Marcus Erben. Für wahr. In der Defensive offen wie ein Scheunentor, im  Sturm nur ein laues ,,Lüftchen“, so präsentierte sich die Elf Woche für Woche. Besonders in den Heimspielen (am Ende mit der schlechtesten Heimbilanz der Staffel) bekamen die Uckermärker kein Bein auf den Boden, kassierten teils heftige Niederlagen (0:6 –Hennigsdorf; 1:5 –Rathenow; 0:3- Werder u. Seelow). So stand zur Halbserie aus sieben Spielen nur ein einzigster (!!) Heimpunkt (1:1 Bernau) als Ausbeute zu Buche. Auswärts notgedrungen tief gestaffelt aus der Konterstellung agierend, gelangen dem SSV bis zur Saisonhälfte sechs weitere Punkte, darunter der einzige Sieg der Hinrunde beim 3:2 am 13. Spieltag bei den heimstarken Veltenern.

Die rote Laterne hing damit logischerweise zur Hälfte der Distanz in Schönow, bei 12:46 Toren und 7 Punkten mit erheblichen Punktrückstand  auf die davor liegenden Mannschaften.  Mit Bormann und den erst zu Saisonbeginn verpflichteten Th. Krause verließen zwei weitere Akteure den Verein zur Winterpause.  Aufgabe, Resignation bei den Schönowern ?? Mitnichten ! ,,Obwohl von Vielen mitleidig belächelt, von Beginn an als Absteiger Nr. 1 gehandelt, habe ich immer an meine Mannschaft geglaubt- und fast hätten wir es ja auch geschafft“ so noch einmal Trainer Erben. In der Winterpause konnte die Mannschaft auf zentralen Positionen zielgerichtet verstärkt werden. Mit Keeper R. Galinski  und Tino Krause stabilisierte sich die Abwehr, Ch. Skoluda verstärkte das Mittelfeld und im Sturm entwickelte V. Zafer mit A. Krukenberg  endlich die erwartete Durchschlagskraft. Auch der junge P.Bittner zeigte gute Ansätze, kehrt jedoch nach kurzem Intermezzo beim SSV zum AFC zurück.  Dies verdeutlicht wohl eines der großen Probleme in der Region, dass wohl nicht nur die Schönower haben:  Jungen, durchaus talentierten Spielern fehlt der nötige Biss, um sich höherklassig langfristig durchzusetzen. Überschätzung der eigenen Leistung, ohne jegliche Selbstkritik ist zumeist die Folge. Der Winter brachte wie vielerorts einen unregelmäßigen Einstieg in die zweite Halbserie. Den setzten die Uckermärker ähnlich der ersten Hälfte voll in den Sand. Dem 0:6 in Werder, folgte ein knappes 2:3 in Hennigsdorf, sowie eine 0:5 Klatsche beim späteren Aufsteiger Seelow. Da man auch noch zu Hause mit 1:2 gegen Potsdam patzte, wurde die Lage immer prekärer- zum Vorletzten Finow zählte man bereits sieben Punkte Abstand. Das erste Lebenszeichen gelang am Osterwochenende mit dem ersten Heimsieg der Saison, dem 1:0 gegen Babelsberg. Es folgte eine kleine Serie von vier ungeschlagenen Partien und nach dem 6:3 daheim gegen Wittenberge verließ man erstmals seit dem zweiten Spieltag das Tabellenende. Auch die unglückliche 0:1 Niederlage beim damaligen Tabellenführer Rathenow durch einen Foulstrafstoß (in der Saison wurden acht gegen den SSV verhängt-allesamt auswärts !) warf die Elf nicht um, das 2:0 am folgenden Spieltag gegen Rüdersdorf bedeutete sogar den Sprung auf den 14. Tabellenrang- den Relegationsplatz. Es folgte ein 4:4 auswärts in Bernau, als der SSV in der Nachspielzeit durch Troni in Führung ging, um dann in den Schlußsekunden der nicht endeten Nachspielzeit doch noch den Ausgleich zu bekommen. Nicht nur in dieser Begegnung haderten die Verantwortlichen mit der schwarzen Zunft, welche in der einen oder anderen Begegnung recht einseitig das Regelwerk auslegte. Nach weiteren Siegen gegen Velten (3:1) und einem sensationellen 5:1 Sieg in Neustadt hatte man es am letzten Spieltag selbst in der Hand daheim im ,,Relegationsendspiel“ gegen Finow alles klarzumachen. Doch die Uckermärker wirkten wie gelähmt, die schnellen Gegentreffer in der Anfangsphase der Begegnung sprachen für die an diesem Tag cleveren Finower. Das 0:2 bedeutete damit nach 2004 den erneuten Abstieg. 25:18 Tore und 18 Punkte aus den letzten elf Begegnungen reichten am Ende nicht mehr. Müßig zu spekulieren was wäre gewesen, wenn …? Doch eines hatten die Spiele gezeigt: die Schönower besaßen in der zweiten Halbserie eine Mannschaft die sowohl  taktisch, spielerisch als auch athletisch Landesliganiveau verkörperte, doch eben leider zu spät. Es gab aber auch Positives in diesem Spieljahr. Vor allem unterm Hallendach ernteten  die Männer vom SSV viel Lob ob ihres couragierten Auftretens.  Zweiter beim Uckermarkmasters ebenso wie beim Turnier des AFC, als man erst im 9m-Schiessen gegen Eberswalde unterlag. Höhepunkt sicher der Sieg in Löcknitz, als man im Endspiel den Oberligisten aus Torgelow bezwang. Insgesamt kamen 28 Spieler bei den Uckermärkern zum Einsatz, kein Akteur bestritt alle Begegnungen. Im Fairplay-Wettbewerb landete der SSV mit 70x Gelb (hier kamen allein Rischewski u. Krukenberg zusammen auf über 1/3 der gelben Kartons !) 4x G/R und 1x Rot im Mittelfeld der Tabelle. Der Zuschauerzuspruch lag bei knapp 150 Besuchern/Begegnung, mehr als Brandenburg-Ligist FC Schwedt. Der SSV spielte beide Halbzeiten fast konstant. Jeweils 28 Punkte pro HZ und ein ähnliches Torverhältnis 17:37 (1.HZ) bei 23:43 (2.HZ)wurden erzielt. Mit Andy Krukenberg landete der beste SSV-Torschütze mit 16 Treffern (davon 14 in der zweiten Halbserie !) auf Platz sechs im Vorderfeld der Liga-Torjäger.  Gerade Andy Krukenberg ist der beste Beweis einer alten Weisheit:  ,,Grundvorraussetzung einer erfolgreichen Spielweise  ist nun einmal ein regelmäßiges Training“. Nach dem Ende seiner Wehrzeit im Januar und damit einer nun regelmäßigen Trainingsteilnahme wurde der universell einsetzbare Akteur zu einer der Stützen des SSV. Leider galt dies nicht für alle Akteure. Während viele Mannschaften nach Abstiegen völlig auseinander brechen, ist es dem SSV gelungen, die spieltragenden Kräfte zu halten. Dies zeigt, dass die Elf Charakter besitzt und das Umfeld bei den Schönowern stimmt. Es war wohl einer der Hauptgründe, dass der langjährige Coach Erben weitermacht. Nach der Zielstellung im neuen Jahr befragt, hält man sich im SSV-Lager recht bedeckt. Sicher zählt man als Absteiger zu den Gejagten, hängen sich viele Mannschaften gerade in diesen Spielen richtig rein. Doch wenn es gelingt, die richtige Einstellung in der Mannschaft zu entwickeln, so sollte beim vorhandenen Potential, welches in der Mannschaft steckt  ein Platz im Spitzenfeld durchaus realistisch sein.

Eingesetzte Spieler (in Klammern Einsätze/Tore):

Steffini (28/1); Troni (27/10); Sieg (27/0); Krukenberg A.( 26/16);Paluch (26/2); Koch (26/0); Discher (25/0); Regorius (23/2); Rischewski (23/0); Schentke (17/0); Kühnel (14/0), Galinski (14/0); Bittner (13/3); Skoluda (13/1); Hoffmeister (13/0); Zafer ( 12/4); Bormann (12/0); Schütze (11/0); T.Krause (10/0); Th.Krause (10/0); Oppelt (7/1); Koschel (3/0); Schmidt ( 3/0); Zimmermann (3/0); T.Stolzenburg (2/0); Krukenberg K.( 2/0); Gutt (1/0); Skara (1/0)

Heimbilanz : 
  20:36 Tore           14 Punkte        4 S – 2 U  -9 N   
höchster Sieg : 
  6:3 gegen Veritas Wittenberge
höchste Nl:
  0:6 gegen FC Hennigsdorf
     
Auswärtsbilanz:
  20:44 Tore            11 Punkte       2 S – 5 U – 8 N 
Höchster Sieg:   5:1 in Neustadt
Höchste Nl: 
  0:6 in Werder
     
Abgänge :   M. Schentke (Motor Eberswalde)
    R. Kühnel (Heinersdorfer SV)
    Ch. Skoluda (Forst oder Lübben)
    P. Bittner (Angermünder FC )
    L. Zimmermann (FC Schwedt 02)
    M. Hoffmeister (Einheit Grünow)
Zugänge :   Michael Bielke  (Blau-Weiss Gartz)
    Darius Szmulski  (Polen)
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